Moral und Klimaschutz
Samstag, 12. Mai 2007, 17:41
Wir sind nicht bereit. Aber wir verstecken uns vor unserer Verantwortung hinter unserer moralischen Hilflosigkeit. Es ist nicht nur der erhobene Zeigerfinger, der lähmt, sondern auch unsere Erziehung zu einem Bewusstsein, das uns in ein moralisches Dilemma führt, das wir anstatt es auszuhalten lieber verdrängen.
Kann ich wirklich so lange nicht über Klimaschutz lehren, solange ich noch ein Auto besitze? Vielleicht, aber ich lehre ja auch kaum über Armut und Ausbeutung, solange ich ein von unter menschenunwürdigen Bedingungen gefertigtes H&M-Shirt trage. Und die den Scheiderinnen und ihren Familien in Indonesien geht es dabei auch noch besser als vorher, dennoch bleibt es Ausbeutung. Auch so eine Sache: Lieber stecken wir vor lauter absolutem Moralitätsanspruch unsere Köpfe in den Sand, als das zu beeinflussen, was wir beeinflussen können.
Ja wir sollten verzichten und wir sollten zum Verzicht auffordern - und das am besten, indem wir vorleben. Aber das ist doch noch nicht alles, was die Welt besser machen wird. Wir sollten auch unser eigenes Dilemma zum Thema machen. Wir sollten lehren, dass es dieses gibt und das man es aushalten muss. Der nächsten Generation geht es doch nicht anders, die steht doch vor dem gleichen Dilemma.
Und wir sollten die Dinge, die wir tun können beide gleichzeitig beginnen und nicht eines scheinheilig als vorangig bezeichnen und dabei aus Angst vor der Konfrontation mit der eigenen Unzulänglichkeit unsere Verantwortung vernachlässigen.
Es ist eh so eine Sache mit der Moral: Ist es wirklich unmoralisch sein Haus zu heizen, damit das eigene Kind nicht erfriert - etwas was tagtäglich in Weltgegenden mit geringerem Wohlstand passiert. Oder ist es erst unmoralisch mit dem Auto statt mit dem Rad zum Einkaufen zu fahren? Oder ist es nur dann moralisch zu rechtfertigen, wenn ich durch dieses Autofahren die Arbeit der Versorgung einer Familie entscheidend verbessere. Sind afrikanische Frauen, die kilometerweit zum Markt laufen die besseren Menschen? Das ist doch Unsinn: Die laufen ja nicht aus Überzeugung, sondern weil sie müssen. Den Luxus des Verzichts zur Gewissensberuhigung muss man sich erst einmal leisten können.
Etwas anderes ist es mit der Vernunft. Es ist eben einfach unvernünftig schlechte Fenster in mein geheiztes Haus einzubauen und Energie zu verschwenden, mit der mein Nachbar sein Haus auch noch heizen könnte, oder ein 15 Liter Auto zu fahren und nicht eines mit Hybridmotor, das Benzin spart, gleichzeitig eigenen Strom erzeugt und den restlichen Strom vergleichsweise billig aus einem Energienetz zieht.
Die Moral spielt hier schon eine Rolle - aber insbesondere die Technik: Denn theoretisch könnte von der Energie, die ich durch meine Fenster einspare nicht nur mein Nachbar heizen, sondern evtl. auch ein Familienvater in Rumänien um zu verhindern, dass sein Kind erfriert. Voraussetzung dafür sind aber sind hochleistungfähige Energienetze, die für alle erschwingliche Energie liefern. Diese Netze und die Fenster müssen ständig verbessert werden. Dazu brauchen wir Experten, die anders denken als der Großteil derjenigen, die bisher für Netze, Fenster ... zuständig sind.
Und wenn durch das Fahren des Hybridwagens von Toyota wirklich die Klimakatastrophe abgemindert werden soll, dann muss sicher gestellt sein, dass der Strom aus der Steckdose aus einem Off-Shore Windpark kommt und nicht aus einem Kohlekraftwerk. Die technischen Experten, die das realisieren, die muss es erst einmal geben. Und die wird es am ehesten in Europa geben und die werden dann in die Welt fliegen und in China und Indien weitere umwelt- und klimaverträgliche Energieversorgungsprojekte realisieren.
Diese Experten von Morgen zu prägen ist unsere Verantwortung. Genau genommen stehen wir in der Pflicht und dürfen uns davor nicht drücken. Europa muss Vorreiter sein bei der Umwelttechnik, wenn diese Welt noch zu retten sein soll.
Bei dir hört sich das so negativ an, wenn du sagst: "und hoffen, dass es denen womöglich gelingt, endlich was zu erfinden, das uns allen unseren wahnsinnigen Energieverbrauch sichert und gleichzeitig das Klima schont". Du findest es unmoralisch. Unmoralisch ist es, wenn ich glaube, dass ich damit alles geleistet habe. Aber genauso unmoralisch ist es doch zu glauben, ich habe meinen Teil beigetragen, wenn ich statt nach Tunesien nur nach Mallorca geflogen bin. Oder noch schlimmer, wenn ich solange ich nach xy fliege, meine gesellschaftliche Verantwortung vernachlässige, weil ich mich bei ihrer Wahrnehmung schlecht fühle.
Ein Bewusstsein muss man schaffen, aber eines, das weltweite soziale Gerechtigkeit und Umweltbewusstsein verbindet. Wohlstand schafft Frieden und bedeutet menschwürdiges Leben. Leute werden immer danach streben. Wohlstand verbraucht im Moment zuviel Energie. Wir müssen dafür sorgen, dass er so wenig wie möglich verbraucht. Das tun wir effektiv mit der besten Technik für die ganze Menschheit. Das tun wir auch, indem wir mal mit dem Fahrrad fahren, aber sorry das wird nicht verhindern, dass der CO2-Anteil von jetzt 380 pro 1 Millionen auf rund 600 pro eine Millionen in ca. 50-70 Jahren ansteigen wird.
Diese Schwelle gilt als gefährlich und möglicherweise unumkehrbar, da sich der CO2-Gehalt bei der mit ihm verbundenen Erwärmung sogar noch potenziert. Bis zum Jahre 1800 waren 240 Teile pro 1 Millionen. Die Anreicherung schreitet immer schneller voran und muss schnell und auf großer Ebene gestoppt werden.
Die Hälfte der Menschheit kann es sich nicht leisten über Verzicht nachzudenken, die haben nichts, worauf sie verzichten können. Die andere Hälfte sollte moralisch gesehen vielleicht mal dringend anfangen, darüber nachzudenken, sie wird es aber dennoch nicht tun. Das liegt in der menschlichen Natur. Ich gebe nichts auf, was mir meine Existenz erleichtert. Und das tut Energie. Man muss den Realitäten schon in die Augen blicke.
Also gilt: Wohlstand für viele bei drastischer Senkung des Energieaufkommens für die gleiche Portion Wohlstand (Wärme, Forbewegung, ...) und gleichzeitigem effektiven und schnellen Umstieg auf saubere Energieformen.
Die Antwort auf die Rettung - vielleicht nicht des Planeten, denn die Erde ist erstaunlich anpassungsfähig - aber der menschlichen Zivilisation haben die Ingenieure, nicht die Moralisten in der Hand. Als moralischer Mensch in pädagogischer Verantwortung ist es meine Pflicht meinen Teil zum großen Projekt Abbremsen des Klimawandels beizutragen, indem ich die Ingenieure der Zukunft zu Wissen und Bewusstsein über die Größe der Problematik verhelfe. Wir müssen in Dimensionen von hundert Jahren denken. Da gilt es keine Zeit zu verlieren.
Kann ich wirklich so lange nicht über Klimaschutz lehren, solange ich noch ein Auto besitze? Vielleicht, aber ich lehre ja auch kaum über Armut und Ausbeutung, solange ich ein von unter menschenunwürdigen Bedingungen gefertigtes H&M-Shirt trage. Und die den Scheiderinnen und ihren Familien in Indonesien geht es dabei auch noch besser als vorher, dennoch bleibt es Ausbeutung. Auch so eine Sache: Lieber stecken wir vor lauter absolutem Moralitätsanspruch unsere Köpfe in den Sand, als das zu beeinflussen, was wir beeinflussen können.
Ja wir sollten verzichten und wir sollten zum Verzicht auffordern - und das am besten, indem wir vorleben. Aber das ist doch noch nicht alles, was die Welt besser machen wird. Wir sollten auch unser eigenes Dilemma zum Thema machen. Wir sollten lehren, dass es dieses gibt und das man es aushalten muss. Der nächsten Generation geht es doch nicht anders, die steht doch vor dem gleichen Dilemma.
Und wir sollten die Dinge, die wir tun können beide gleichzeitig beginnen und nicht eines scheinheilig als vorangig bezeichnen und dabei aus Angst vor der Konfrontation mit der eigenen Unzulänglichkeit unsere Verantwortung vernachlässigen.
Es ist eh so eine Sache mit der Moral: Ist es wirklich unmoralisch sein Haus zu heizen, damit das eigene Kind nicht erfriert - etwas was tagtäglich in Weltgegenden mit geringerem Wohlstand passiert. Oder ist es erst unmoralisch mit dem Auto statt mit dem Rad zum Einkaufen zu fahren? Oder ist es nur dann moralisch zu rechtfertigen, wenn ich durch dieses Autofahren die Arbeit der Versorgung einer Familie entscheidend verbessere. Sind afrikanische Frauen, die kilometerweit zum Markt laufen die besseren Menschen? Das ist doch Unsinn: Die laufen ja nicht aus Überzeugung, sondern weil sie müssen. Den Luxus des Verzichts zur Gewissensberuhigung muss man sich erst einmal leisten können.
Etwas anderes ist es mit der Vernunft. Es ist eben einfach unvernünftig schlechte Fenster in mein geheiztes Haus einzubauen und Energie zu verschwenden, mit der mein Nachbar sein Haus auch noch heizen könnte, oder ein 15 Liter Auto zu fahren und nicht eines mit Hybridmotor, das Benzin spart, gleichzeitig eigenen Strom erzeugt und den restlichen Strom vergleichsweise billig aus einem Energienetz zieht.
Die Moral spielt hier schon eine Rolle - aber insbesondere die Technik: Denn theoretisch könnte von der Energie, die ich durch meine Fenster einspare nicht nur mein Nachbar heizen, sondern evtl. auch ein Familienvater in Rumänien um zu verhindern, dass sein Kind erfriert. Voraussetzung dafür sind aber sind hochleistungfähige Energienetze, die für alle erschwingliche Energie liefern. Diese Netze und die Fenster müssen ständig verbessert werden. Dazu brauchen wir Experten, die anders denken als der Großteil derjenigen, die bisher für Netze, Fenster ... zuständig sind.
Und wenn durch das Fahren des Hybridwagens von Toyota wirklich die Klimakatastrophe abgemindert werden soll, dann muss sicher gestellt sein, dass der Strom aus der Steckdose aus einem Off-Shore Windpark kommt und nicht aus einem Kohlekraftwerk. Die technischen Experten, die das realisieren, die muss es erst einmal geben. Und die wird es am ehesten in Europa geben und die werden dann in die Welt fliegen und in China und Indien weitere umwelt- und klimaverträgliche Energieversorgungsprojekte realisieren.
Diese Experten von Morgen zu prägen ist unsere Verantwortung. Genau genommen stehen wir in der Pflicht und dürfen uns davor nicht drücken. Europa muss Vorreiter sein bei der Umwelttechnik, wenn diese Welt noch zu retten sein soll.
Bei dir hört sich das so negativ an, wenn du sagst: "und hoffen, dass es denen womöglich gelingt, endlich was zu erfinden, das uns allen unseren wahnsinnigen Energieverbrauch sichert und gleichzeitig das Klima schont". Du findest es unmoralisch. Unmoralisch ist es, wenn ich glaube, dass ich damit alles geleistet habe. Aber genauso unmoralisch ist es doch zu glauben, ich habe meinen Teil beigetragen, wenn ich statt nach Tunesien nur nach Mallorca geflogen bin. Oder noch schlimmer, wenn ich solange ich nach xy fliege, meine gesellschaftliche Verantwortung vernachlässige, weil ich mich bei ihrer Wahrnehmung schlecht fühle.
Ein Bewusstsein muss man schaffen, aber eines, das weltweite soziale Gerechtigkeit und Umweltbewusstsein verbindet. Wohlstand schafft Frieden und bedeutet menschwürdiges Leben. Leute werden immer danach streben. Wohlstand verbraucht im Moment zuviel Energie. Wir müssen dafür sorgen, dass er so wenig wie möglich verbraucht. Das tun wir effektiv mit der besten Technik für die ganze Menschheit. Das tun wir auch, indem wir mal mit dem Fahrrad fahren, aber sorry das wird nicht verhindern, dass der CO2-Anteil von jetzt 380 pro 1 Millionen auf rund 600 pro eine Millionen in ca. 50-70 Jahren ansteigen wird.
Diese Schwelle gilt als gefährlich und möglicherweise unumkehrbar, da sich der CO2-Gehalt bei der mit ihm verbundenen Erwärmung sogar noch potenziert. Bis zum Jahre 1800 waren 240 Teile pro 1 Millionen. Die Anreicherung schreitet immer schneller voran und muss schnell und auf großer Ebene gestoppt werden.
Die Hälfte der Menschheit kann es sich nicht leisten über Verzicht nachzudenken, die haben nichts, worauf sie verzichten können. Die andere Hälfte sollte moralisch gesehen vielleicht mal dringend anfangen, darüber nachzudenken, sie wird es aber dennoch nicht tun. Das liegt in der menschlichen Natur. Ich gebe nichts auf, was mir meine Existenz erleichtert. Und das tut Energie. Man muss den Realitäten schon in die Augen blicke.
Also gilt: Wohlstand für viele bei drastischer Senkung des Energieaufkommens für die gleiche Portion Wohlstand (Wärme, Forbewegung, ...) und gleichzeitigem effektiven und schnellen Umstieg auf saubere Energieformen.
Die Antwort auf die Rettung - vielleicht nicht des Planeten, denn die Erde ist erstaunlich anpassungsfähig - aber der menschlichen Zivilisation haben die Ingenieure, nicht die Moralisten in der Hand. Als moralischer Mensch in pädagogischer Verantwortung ist es meine Pflicht meinen Teil zum großen Projekt Abbremsen des Klimawandels beizutragen, indem ich die Ingenieure der Zukunft zu Wissen und Bewusstsein über die Größe der Problematik verhelfe. Wir müssen in Dimensionen von hundert Jahren denken. Da gilt es keine Zeit zu verlieren.
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Nicht reif für die Herausforderung
Mittwoch, 25. April 2007, 14:12
Wir waren die erste Generation, die mit Umweltschutz aufwuchs: Tschernobyl, Waldsterben, Mülltrennung – alles Schlagworte aus den 80ern, der Zeit der politischen Sozialisation von uns jetzt 35-40 Jährigen, die wir Fackel der gesellschaftlichen Verantwortung in Zukunft tragen. Man sollte meinen, wir wären prädestiniert die Herausforderung Klimawandel anzunehmen. Dennoch, gerade wir sind es nicht.
Immer noch unterliegen wir dem Irrtum, Umweltschutz sei eine Frage von Politik und Moral. Die Fronten von damals prägen noch immer die Wahrnehmung: Was warst du? Grüner Öko-Spinner oder Wirtschafts-Realist; egal beide Spezies mussten einsehen, dass sie Unrecht hatten: Weder ging die Welt in den letzten 20 Jahren unter, noch stellten sich Umweltprobleme als irrelevant heraus.
Der Wald starb nicht, im Gegenteil, es geht ihm heute wieder besser – die Maßnahmen, aus der politischen Debatte geboren, greifen. Es war also doch nicht umsonst. Kein Auto mehr ohne Kat. Mülltrennung gehört in bürgerlichen Vorstadthaushalten, konservativer wie linker Prägung, längst zum guten Ton. FCKW ist gebannt, das Ozonloch wächst kaum mehr. Dafür wächst die Wirtschaft, global. Ehemals arme Weltgegenden sind lukrative Märkte, ärgerlicherweise wandern sogar die Arbeitsplätze nach dorthin ab. Umso mehr ein Argument, dass man es mit dem Umweltschutz nicht übertreiben sollte, meinen manche.
Alles in Allem handeln wir aber ökologisch und ökonomisch richtig, was will man mehr. Und jetzt das: Globaler Klimawandel. „Gibt es gar nicht!“, heißt es noch allenthalben. Oder zumindest: „Völlig übertrieben!“ Man will den den düsteren Zukunftsbildern von Wirbelstürmen, überschwemmten Küsten und Wassermangel nicht so recht Glauben schenken. „Kennen wir schon!“, sagen wir uns und blicken auf der Rückfahrt vom Wertstoffhof versonnen Richtung Wald, schön grün und von der sich regenierenden Ozoschicht geschützt. Und demnächst werden in unserem Zuhause Solaranlage und Wärme-Dämmung installiert. Wir handeln doch richtig, so gut wir eben können. Aufs Auto verzichten, geht halt nicht. Und wenn schon, was bringt es, wenn jedes Jahr 100000 neue Autos in China zugelassen werden?
Richtig: Nichts bringt es. Der CO2 Gehalt steigt weiter und mit ihm die Erderwärmung. Was soll man schon als Einzelner dagegen ausrichten? Man redet auch nicht drüber, da plagt einen ja das schlechte Gewissen. Die, die es tun, sind Wissenschaftler, und die reden viel. Nicht aber etwa in Kategorien von Moral und richtig oder falsch, stattdessen stellen sie Fakten fest, gewinnen aus Einzelbefunden Erkenntnisse, revidieren frühere falsche Theorien. Der Klimawandel ist eine Frage des Wissens und Lernens. Welche Eingriffe haben in dem komplexen System von Wasser, Luft und Temperatur welche Auswirkungen? Denn Auswirkungen sind zweifelsfrei da, egal ob Prognosen den Zeitraum bis zum Schmelzen der Polkappen, Austrocknen des Regenwalds oder Versiegen des Golfstroms auf 40, 60 oder 80 Jahre schätzen. Jede Maßnahme, die die Menschheit jetzt oder in 10 Jahren zum Schutz ergreift, wirkt ohnehin nur in den gleichen Zeiträumen. Der Schadstoffhandel des Kyoto-Protokolls, würde es endlich voll anerkannt werden, ist unausgeglichen und greift ohnehin zu kurz. Aber es hat trägt zur Verminderung des weltweiten CO2-Gehalts bei, was um so wichtiger ist, denn die meisten Länder der Erde beuen ihre Stromversorgung durch Kohlekraftwerke aus und erhöhen CO2-Gehalt und Erderwärmung dadurch kontinuierlich und auf Jahre hinaus.
Die Urteilshoheit über Umweltschutzmaßnahmen liegt schon lange nicht mehr bei der Politik, sondern bei der Wissenschaft. Klimawandel ist eine globale Herausforderung. Der Großteil der Weltgesellschaft hat noch nicht einmal Anteil am Wohlstandskuchen und er wird auch nicht aufhören, danach zu streben – mit entsprechend negativer Auswirkung auf Auto- und CO2-Dichte. Die westlichen Gesellschaften stehen vor einer großen Herausforderung. Natürlich, die Politik könnte die Verantwortung noch viel mehr annehmen und gesellschaftlich gestalten: Gesetze, Verordnungen, Verträge haben sich in der Vergangenheit als wirksames Steuerungsinstrument erwiesen. Natürlich könnte die Wirtschaft globalen Umweltschutz noch mehr als Markt, denn als notwendiges Übel erkennen. Alles wichtig und richtig. Aber damit sollte unser Denken als Umwelt-Betroffenheits-Generation mit marktwirtschaftlichem Anstrich nicht schon an seine Grenzen stoßen. Natürlich können wir auch alle öfter mal wieder zu Fuß gehen. Den Klimawandel werden wir damit kaum beeinflussen – zu verhindern ist er ohnehin nicht mehr.
Die eigentliche Herausforderung ist die: Wie machen wir die nächste Generation fit für die ungeheuren weiteren wissenschaftlichen Entdeckungen, die sie zu machen hat, um das komplexe System Erdatmosphäre weiter zu erforschen und vielleicht irgendwann so weit zu beherrschen, dass eine – hoffentlich in Wohlstand und Frieden lebende – Weltgesellschaft der Zukunft weiter darin existieren kann. Wie schaffen wir ein gesellschaftliches Bewusstsein, das den dafür nötigen wissenschaftlichen Fortschritt nicht dadurch lähmt, dass es Fakten mit Moral und politischen Meinungswettstreit mit wissenschaftlicher Erkenntnis verwechselt?
Sind wir „Waldsterben-Kinder“ dazu fähig, unsere eigenen Kinder zu reiferen Urteilen zu verhelfen als wir es im Moment vermögen? Denn die Moral hat durchaus ihren Platz. Die Menschheit steht vor einem moralischen Dilemma: Wie verbinde ich meinen Wohlstand und ein Leben in einem gesicherten Ökosystem miteinander? Gar nicht zu reden vom Wohlstandsbedürfnis des Rests der Welt. Dieses moralische Dilemma in Zukunft auszuhalten, jeden Tag, – den es wird schlimmer werden – das bedarf einer gefestigten Erziehung und einer umfassenden Bildung.
Können wir Eltern, Lehrer, Vorbilder, können Politiker, Wirtschaftführer, Wissenschaftler unserer Generation jetzt das Richtige tun und ein Bewusstsein für die ungeheure Verantwortung entwickeln helfen, damit nicht erst die Generation der in 20 Jahren Verantwortlichen damit anfangen muss. Denn es macht einen Unterschied für die Zukunft der Menschheit, ob ein Jugendlicher heute oder erst sein Nachfolger in 20 Jahren einen Weg einschlägt, der ihn zur Entdeckung der kalten Fusion am Ende eines langen Forscherlebens im Alter von 60 Jahren führt. Dies alles immer vorausgesetzt, dass ein anderer Jugendlicher einen Weg einschlägt, der es ihm ermöglicht bei der Vergabe von Forschungsgelder nach den richtigen Kategorien zu urteilen. Vielleicht ist, was wir heute unseren Kindern mitgeben sogar der entscheidende Unterschied, denn im Moment ist alles, was wir über die Klimaprognosen wissen, dass sie vor allem sehr sehr vage sind.
Immer noch unterliegen wir dem Irrtum, Umweltschutz sei eine Frage von Politik und Moral. Die Fronten von damals prägen noch immer die Wahrnehmung: Was warst du? Grüner Öko-Spinner oder Wirtschafts-Realist; egal beide Spezies mussten einsehen, dass sie Unrecht hatten: Weder ging die Welt in den letzten 20 Jahren unter, noch stellten sich Umweltprobleme als irrelevant heraus.
Der Wald starb nicht, im Gegenteil, es geht ihm heute wieder besser – die Maßnahmen, aus der politischen Debatte geboren, greifen. Es war also doch nicht umsonst. Kein Auto mehr ohne Kat. Mülltrennung gehört in bürgerlichen Vorstadthaushalten, konservativer wie linker Prägung, längst zum guten Ton. FCKW ist gebannt, das Ozonloch wächst kaum mehr. Dafür wächst die Wirtschaft, global. Ehemals arme Weltgegenden sind lukrative Märkte, ärgerlicherweise wandern sogar die Arbeitsplätze nach dorthin ab. Umso mehr ein Argument, dass man es mit dem Umweltschutz nicht übertreiben sollte, meinen manche.
Alles in Allem handeln wir aber ökologisch und ökonomisch richtig, was will man mehr. Und jetzt das: Globaler Klimawandel. „Gibt es gar nicht!“, heißt es noch allenthalben. Oder zumindest: „Völlig übertrieben!“ Man will den den düsteren Zukunftsbildern von Wirbelstürmen, überschwemmten Küsten und Wassermangel nicht so recht Glauben schenken. „Kennen wir schon!“, sagen wir uns und blicken auf der Rückfahrt vom Wertstoffhof versonnen Richtung Wald, schön grün und von der sich regenierenden Ozoschicht geschützt. Und demnächst werden in unserem Zuhause Solaranlage und Wärme-Dämmung installiert. Wir handeln doch richtig, so gut wir eben können. Aufs Auto verzichten, geht halt nicht. Und wenn schon, was bringt es, wenn jedes Jahr 100000 neue Autos in China zugelassen werden?
Richtig: Nichts bringt es. Der CO2 Gehalt steigt weiter und mit ihm die Erderwärmung. Was soll man schon als Einzelner dagegen ausrichten? Man redet auch nicht drüber, da plagt einen ja das schlechte Gewissen. Die, die es tun, sind Wissenschaftler, und die reden viel. Nicht aber etwa in Kategorien von Moral und richtig oder falsch, stattdessen stellen sie Fakten fest, gewinnen aus Einzelbefunden Erkenntnisse, revidieren frühere falsche Theorien. Der Klimawandel ist eine Frage des Wissens und Lernens. Welche Eingriffe haben in dem komplexen System von Wasser, Luft und Temperatur welche Auswirkungen? Denn Auswirkungen sind zweifelsfrei da, egal ob Prognosen den Zeitraum bis zum Schmelzen der Polkappen, Austrocknen des Regenwalds oder Versiegen des Golfstroms auf 40, 60 oder 80 Jahre schätzen. Jede Maßnahme, die die Menschheit jetzt oder in 10 Jahren zum Schutz ergreift, wirkt ohnehin nur in den gleichen Zeiträumen. Der Schadstoffhandel des Kyoto-Protokolls, würde es endlich voll anerkannt werden, ist unausgeglichen und greift ohnehin zu kurz. Aber es hat trägt zur Verminderung des weltweiten CO2-Gehalts bei, was um so wichtiger ist, denn die meisten Länder der Erde beuen ihre Stromversorgung durch Kohlekraftwerke aus und erhöhen CO2-Gehalt und Erderwärmung dadurch kontinuierlich und auf Jahre hinaus.
Die Urteilshoheit über Umweltschutzmaßnahmen liegt schon lange nicht mehr bei der Politik, sondern bei der Wissenschaft. Klimawandel ist eine globale Herausforderung. Der Großteil der Weltgesellschaft hat noch nicht einmal Anteil am Wohlstandskuchen und er wird auch nicht aufhören, danach zu streben – mit entsprechend negativer Auswirkung auf Auto- und CO2-Dichte. Die westlichen Gesellschaften stehen vor einer großen Herausforderung. Natürlich, die Politik könnte die Verantwortung noch viel mehr annehmen und gesellschaftlich gestalten: Gesetze, Verordnungen, Verträge haben sich in der Vergangenheit als wirksames Steuerungsinstrument erwiesen. Natürlich könnte die Wirtschaft globalen Umweltschutz noch mehr als Markt, denn als notwendiges Übel erkennen. Alles wichtig und richtig. Aber damit sollte unser Denken als Umwelt-Betroffenheits-Generation mit marktwirtschaftlichem Anstrich nicht schon an seine Grenzen stoßen. Natürlich können wir auch alle öfter mal wieder zu Fuß gehen. Den Klimawandel werden wir damit kaum beeinflussen – zu verhindern ist er ohnehin nicht mehr.
Die eigentliche Herausforderung ist die: Wie machen wir die nächste Generation fit für die ungeheuren weiteren wissenschaftlichen Entdeckungen, die sie zu machen hat, um das komplexe System Erdatmosphäre weiter zu erforschen und vielleicht irgendwann so weit zu beherrschen, dass eine – hoffentlich in Wohlstand und Frieden lebende – Weltgesellschaft der Zukunft weiter darin existieren kann. Wie schaffen wir ein gesellschaftliches Bewusstsein, das den dafür nötigen wissenschaftlichen Fortschritt nicht dadurch lähmt, dass es Fakten mit Moral und politischen Meinungswettstreit mit wissenschaftlicher Erkenntnis verwechselt?
Sind wir „Waldsterben-Kinder“ dazu fähig, unsere eigenen Kinder zu reiferen Urteilen zu verhelfen als wir es im Moment vermögen? Denn die Moral hat durchaus ihren Platz. Die Menschheit steht vor einem moralischen Dilemma: Wie verbinde ich meinen Wohlstand und ein Leben in einem gesicherten Ökosystem miteinander? Gar nicht zu reden vom Wohlstandsbedürfnis des Rests der Welt. Dieses moralische Dilemma in Zukunft auszuhalten, jeden Tag, – den es wird schlimmer werden – das bedarf einer gefestigten Erziehung und einer umfassenden Bildung.
Können wir Eltern, Lehrer, Vorbilder, können Politiker, Wirtschaftführer, Wissenschaftler unserer Generation jetzt das Richtige tun und ein Bewusstsein für die ungeheure Verantwortung entwickeln helfen, damit nicht erst die Generation der in 20 Jahren Verantwortlichen damit anfangen muss. Denn es macht einen Unterschied für die Zukunft der Menschheit, ob ein Jugendlicher heute oder erst sein Nachfolger in 20 Jahren einen Weg einschlägt, der ihn zur Entdeckung der kalten Fusion am Ende eines langen Forscherlebens im Alter von 60 Jahren führt. Dies alles immer vorausgesetzt, dass ein anderer Jugendlicher einen Weg einschlägt, der es ihm ermöglicht bei der Vergabe von Forschungsgelder nach den richtigen Kategorien zu urteilen. Vielleicht ist, was wir heute unseren Kindern mitgeben sogar der entscheidende Unterschied, denn im Moment ist alles, was wir über die Klimaprognosen wissen, dass sie vor allem sehr sehr vage sind.
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